mein mund voller winter

Wörter wie Regen

Ich schaffe Raum

Am Firmament

In Wolken

Für neuen Atem

Der in Eukalyptusbonbons getaucht

Pustend moosgrüne Abende

auf Grau anstreicht

Ein bisschen später Sommer nur

Mehr Herbst

Aber triefend rote Beete

Und Kastanienträume

In klarer Luft

Mehr Licht an finstren Tagen

Wo die Nächte bibbernd sich erheben

Wie Plumeaus aus beheizten Stuben

Den nahen Winter flatternd decken

Kalte, leise Federn

Warmes, altes Nest

Schlafe

Schlaf ohne Hast

In den Armen der Anden

Trau den Träumen

Aus den Wäldern

Über Wipfeln

Zu den Buchen, Birken, Eichen, Fichten, Zedern

Auf dem Weg

Zu schwebenden Gärten

Singenden Barken

Weit unten im Meer

Wo all die Zeichen wogen, die einst fielen

Bücher, Lieder, Liebessagen

Gefüllte Münder aus den dunklen Reben

Schwere Schauer über Eden

Blauwein auf gespülten Dächern

Prasselt, tropft, geht hernieder

Bleibt, tändelt, steigt zögernd wieder

Grauer Dunst, Silberkuss, hoch hinaus

Erinnerungen weben

Winter jetzt, auf allen unsren Wegen

Thomas Dahl