für morteza m.

und all die anderen freiheitskämpfer.

unbewaffnet. zahllos. nie vergessen.

°endlich eden

nach jahren, jahrzehnten im exil, fern von zuhaus,

kennt man sich in der neuen, zweiten heimat

irr…gendwann zwar allerbestens aus,

bleibt der alten aber herzlich eng verbunden.

 

man hat den abschied von der diktatur zwar gut,

den von vergangenheit, verwandten und kultur hingegen

eher schwer verwunden …

 

und eines tages, wie aus halbwegs heitrem himmel,

lodert der schwelbrand hoffnung plötzlich wieder auf.

die revolution daheim ruft ihre kinder!

 

„leute, lasst mich ziehen!“, sagt er, „ich muss dahin, und sei’s alleine.

neben der größten aller demokratien braucht die welt auch viele kleine.“

das tor zur neuen jungen heimat öffnet sich tatsächlich.

er scheint geglückt, der erste schritt ins dritte [endlich-eden]-leben!

 

jäh erstickt wird seine schaffensfreude,

als schmie de ei sern schwe re git ter sich sofort hinter ihm schließen,

um ihn nie wieder freizugeben.

Aus der Gedichtsammlung: immer dichter auf den versen. ein alfabeet, in dem nicht nur reime keimen. Edition Pajam. Goethe & Hafis: Bonn 2015

°julia eden