Paradies

Das Geschenk des Herrn der Herrschaft
Auf dem Weg dorthin fallen alle Gebote leicht

 

Abraham war ein Mensch auf der Suche: Er suchte nach Wahrheit und Sicherheit, er fragte nach dem Ursprung der Welt und der Herkunft der Menschen und nach einem Wesen, das alles geordnet und gefügt hat. Er hat die Gebete seiner Leute verurteilt, weil sie zu selbstgeschaffenen Götzen beteten. Abraham beschloss, nach der Wahrheit zu suchen. Die Suche nach Gott, der alles sehr gut geschaffen hat. Die Suche nach dem Paradies, wo es Sicherheit gibt. Die Suche nach Dingen, die uns mit Gott verbinden.

 

Abraham hat in der Nacht einen Stern gesehen, der hell erstrahlte. Bei dessen Anblick sprach er, dass dieser sein Gott sei und betete zu ihm. Als er dann den Mond sah, der größer war und heller leuchtete als der Stern, sprach er, dass dieser sein Gott sei und betete zu ihm. Der Mond zog seine Bahn und sein Licht verschwand. Abraham sprach also, er könne nicht zu ihm beten, weil er und sein Licht zu lange abwesend seien. Die Sonne stieg am Himmel auf, ihre Strahlen wärmten ihn und gaben ein sehr helles Licht ab. Abraham meinte daraufhin, dass die Sonne sein Gott sein müsse, da sie heller als alles andere sei.

 

Dann zog auch die Sonne ihre Bahn, die Helligkeit verlosch und Abraham verspürte die Kälte der dunklen Nacht. Er dachte also nach und kam zu dem Schluss, dass es einen Gott geben müsse, der alles aus dem Nichts gut erschaffen hat.

Dieser kleine Punkt im Universum, der Erde heißt

Abraham konnte damals nicht wissen, was es heute an Kenntnissen über den Himmel und seine Gestirne gibt: dass es auf der Sonne 15.000.000 °C heiß ist und viele Meteoriten zwischen den Himmelskörpern herumgeistern und wie weit es bis zu den Sternen ist, die mindestens neun Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt sind. Doch hätte ihn dieses Wissen nur noch fester im Glauben werden lassen.

 

Gott, der größer als alle von ihm erschaffenen Wesen ist, wird von keinem dieser Wesen in seiner Größe begriffen. Dieser große Gott und der kleine Punkt im Universum, der Erde heißt, auf dem der kleine schwache Mensch existiert, der weder fähig dazu ist, Tag, Stunde und Ort seiner Geburt zu bestimmen, noch wer seine Eltern sind, der sein Geschlecht als gegeben hinnehmen muss und Ort und Zeitpunkt seines Sterbens nicht vorhersehen kann.

 

Gott gab den Menschen die Möglichkeit, ihr Handeln zu wählen: ihren Mitgeschöpfen Leid und Tod oder Liebe und Barmherzigkeit entgegen zu bringen. Der Mensch hat die Wahl, an Gott zu glauben oder ihn zu verleugnen.

 

Der Schöpfergott benötigt weder unseren Glauben noch unsere Gebete. Doch prüft er unseren Glauben und unser Handeln. Die Wahl, vor die Gott uns gestellt hat, ist kein Spiel, sie ist ernsthaft. Wie haben wir im Leben gehandelt, wie ist unsere Bilanz? Den Eingang zum Paradies erreichen wir durch Glauben und die Erkenntnis der göttlichen Wahrheit. Durch dieses Paradies erreichen wir Gott in seiner Größe und Herrlichkeit.

Die Theorie von Belohnung und Bestrafung

Viele Philosophen und Wissenschaftler haben im Laufe der Geschichte nichts erschaffen, aber vieles gefunden. Durch die Theorie von Belohnung und Bestrafung haben sie Wahrheiten gefunden. Diese Theorie kontrolliert das Leben der Menschen seit jeher. Belohnung und Bestrafung zwischen Paradies und Hölle sind ein wichtiger Bestandteil unseres Gottglaubens. Diese Theorie Gottes dient dazu, unseren Willen zu kontrollieren und Abweichungen zu bestrafen.

 

An Gott zu glauben, bedeutet Glauben an Hölle und Paradies. Gottesfürchtige Menschen, die die Geschöpfe Gottes mit Liebe und Respekt behandeln, werden von Gott für ihre Treue mit dem Paradies belohnt.

 

Gott hat das Schicksal in der Hölle für die gewählt, die ungläubig und gottlos sind, für die, die Gottes Geschöpfe mit Ungerechtigkeit, Selbstsucht und Gewalt traktieren.

 

Das Paradies ist das Schicksal für Menschen, die Gott, die Gerechtigkeit und die Schöpfung Gottes suchen und an sie bis an das Ende glauben. Das Paradies ist vollkommen und unendlich und auch die Zeit der Menschen ist endlos.

 

Jedes irdische Paradies ist für den gläubigen Menschen nur ein Hinweis auf das wahre Paradies und deshalb endlich. Menschen, die aufgrund eines bestimmten Gefühls des Glücks glauben, sie seien im Paradies, müssen sich klar darüber sein, dass dies nur ein irdischer Zustand ist und das wahre Paradies nur bei Gott zu finden ist. Das unendliche Paradies entschädigt die Gerechten für ihr irdisches Jammertal mit Gewalt, Armut, Ungerechtigkeit und Leid. Im Paradies werden die Opfer von Verbrechern niemals auf ihre Mörder oder Peiniger treffen, denn diese sind in der Hölle. Sie haben den Weg in die Hölle mit Absicht gewählt, weil sie entschieden gegen die Schöpfung Gottes gekämpft haben.

Das Paradies erfüllt alle Wünsche, bedingungslos

Das Paradies gewährt Sicherheit, erfordert keine Verpflichtungen, erfüllt alle Wünsche, bedingungslos.

 

In Gottes Paradies erwarten den Menschen Dinge, die für ihn nicht vorstellbar sind, die kein Auge je gesehen und kein Ohr je gehört hat.

 

Das Paradies, das Gott dem Menschen bereithält, können wir mit unseren menschlichen Gedanken nicht erfassen.

 

Abraham hatte durch seine Suche nach Gott das Paradies und die Sicherheit gesucht und damit Gott versöhnlich gestimmt. Abraham hat erfahren, dass er Gott gefällig sein muss und nicht die Dinge zulassen darf, die Gott verboten hat. Abraham wollte belohnt werden und eine Bestrafung vermeiden. Das Paradies ist als Geschenk von Gott unendlich reicher als alles, was die Gerechten für Gott tun können.

 

Wir alle müssen uns bemühen, den Weg Abrahams zu gehen.

Ibrahim Almasri

Aus dem Arabischen übertragen von Ulrich Lussem

(in Zusammenarbeit mit dem Autor)